Traumlandschaften einer Kurfürstin

Der historische Schlosspark

Der unter Denkmalschutz stehende historische Schlosspark bildet den kontemplativen Teil der der Gartenschau. Boskett "Toleranz"
Ihn zeichnet eine zurückhaltende Bepflanzung und Gestaltung unter alten, schattenspendenden Bäumen aus.
Die nachweisbaren Spuren der vergangenen Epochen wurden bei der Sanierung behutsam herausgearbeitet.
 
 
Die Boskette
 
Boskett = (v. franz. Bosquet=Wald) ist eine bestimmte Form der Gartenanlage. Es handelt sich um ein Lustwäldchen. Innerhalb eines geometrisch gestalteten barocken Gartens. Meist im Anschluss an eine
Parterre dessen Baumbestand von geraden Achsen durchzogen ist und von hohen Hecken gesäumt wird.
 
Die Boskette im historischen Schlosspark stellen ein wichtiges gartenarchitektonisches Element der
Gartenschau Oranienburg dar. Die im Barock sehr beliebten Wäldchen wurden reich ausgestaltet und ausgestattet
mit Heckentheatern, Irrgärten, Pavillons und sogar kleinen Lustschlössern. So bildeten die Boskette wunderschöne
Gartenkulissen für Festlichkeiten aller Art.
 
Boskett "Geheimnis"
 
An die Gestaltung Barocker Zeiten erinnern sechs Boskette.

Im Boskett “Vergänglichkeit“
wird das Thema „ Den alle Lust will Ewigkeit“ bearbeitet. Louise Henriette starb jung, und ihr Mann konnte ihren Tod nie ganz verwinden. Deshalb erinnert das Boskett an einen alten Friedhof. Verwitterte Gräber, von Efeu überwachsene Skulpturen und eine Bepflanzung aus blühenden Sträuchern wie Jasmin, Wildrose, Schneeball und Berberitze verleihen dem Boskett einen Hauch von morbider Schönheit.
 
Im Boskett „Zwiegespräch“
wehen auf Transparenten Auszüge aus Briefen Louise Henriettes im Wind.
 
Im Boskett „Krieg und Frieden“
stecken Schwerter in der Erde als Zeichen für den Frieden. Fahnen mit Originalmotiven J. Callots (1592-1635) die „große Kriegsfolge“ und die „Allegorie auf das Ende des Dreißigjährigen Krieges“ aus dem Oranienburger
Schlossmuseum stehen für die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, der viele märkische Dörfer entvölkert hatte.Boskett "Vergänglichkeit"
 
Im Boskett „Geheimnis“
verbirgt sich hinter einem Wasservorhang eine geheimnisvolle Grotte und vielleicht entdeckt der ein oder andere auch einen Engel.
 
Im „Boskett Toleranz“
symbolisieren große silberne Ringe und die Tore in Form einer Parabel den Toleranzgedanken, in Anlehnung an Lessings Ringparabel aus „Nathan der Weise“.
Louise Henriette wuchs in einer vom Calvinismus geprägten Atmosphäre auf, die Nachsicht mit Andersgläubigen zeigte. Sie gewährte den niederländischen Siedlern das Recht auf freie Religionsausübung.
 
Im Boskett „Leichtigkeit“
versinnbildlichen Schaukeln das Thema.