Die Geschichte der Gärten
Dieser Garten weckte früh Bewunderung in höchsten Kreisen.
Nach holländischem Vorbild angelegt, stand im Blumengarten ein Lusthaus mit Grotten, wurden Gräben gezogen, in denen Karpfen schwammen und Schwäne ihre Kreise zogen. So war es zu Zeiten der brandenburgischen Kurfürstin Louise Henriette, der Schlossherrin von Oranienburg. Sie hatte ihr neues Domizil, das barocke Schloss Oranienburg „sehr schön und kostbar“ eingerichtet und versah es „mit raren Gemählden und kostbaren Tapeten“. Um 1700 galt es neben der Berliner Residenz als das prachtvollste Schloss der preußischen Hohenzollern. Louise Henriette von Nassau-Oranien bewirtschaftete zahlreiche Güter im Umkreis, doch ihr Garten lag ihr besonders am Herzen. Sogar Bäume wurden extra aus ihrer niederländischen Heimat herbeigeschaft.
Ihr Sohn Friedrich „französisierte“ den schönen Park nach der Mode seiner Zeit durch Fontänen, Kaskaden und goldene Statuen. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ ihn Prinz August Wilhelm noch einmal „allerliebst“ herrichten. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1758 geriet der Park in Vergessenheit. Die Pflanzen litten unter Wildverbiss, die
Gräben trockneten aus, die Brücken verfielen. Nach 1945 wurde sogar der Teich zugeschüttet und ein Teil der
Anlage zur militärischen Nutzung abgetrennt. Erst Mitte der 1980er Jahre begann die Restaurierung. Die Landesgartenschau im letzten Jahr ebnete den Weg in eine neue Zeit: der alte Bestand im Schlosspark wurde liebevoll rekonstruiert und im neuen Park eine holländische Gartenlandschaft geschaffen.
Heute setzt der Park als Gartenschau Oranienburg im Gefüge der Berliner und Brandenburger Park- und Gartenlandschaft einen wichtigen Akzent. Die Gartenschau Oranienburg steht für eine große gärtnerische Qualität, bietet den Besuchern mit den Blumenschauen ein in der gesamten Region einzigartiges Erlebnis künstlerischer floraler Arrangements, ist mit der großen Spielelandschaft ein Ausflugstipp für die ganze Familie und präsentiert an den Wochenenden ein attraktives Veranstaltungsprogramm mit Musik, Theater, kurfürstlichen Spielen und einer Hedwig Bollhagen Ausstellung.