Traumlandschaften einer Kurfürstin

Traumlandschaften einer Kurfürstin

Moonlights Neuer ParkbereichIn siebzehn Gartenzimmern und auf einer Wechselflorfläche von mehr als 6.000 Quadratmetern begegnet den Besucherinnen und Besuchern eine enorme Blütenpracht. Chefgärtner Andreas Kenzler und seine zwei Dutzend Gärtner und Gehilfen haben schon im Frühjahr 300.000 Blumenzwiebeln gesetzt, vor allem Tulpen, Narzissen und Hyazinthen. In der Sommerbepflanzung sind Lobelien und eine große Vielfalt an Dahlien hinzu gekommen. Im Herbst setzen insbesondere Chrysanthemen und Cyclamen farbliche Akzente.

Die Gartenzimmer sind freie Assoziationen über das Leben, Denken und Fühlen der Kurfürstin Louise Henriette. Sie setzen die Sehnsucht nach der Heimat, den festen Glauben, die Liebe oder die Bedeutung der Familie in Blumenbilder um. Das Zusammenspiel von Blumen, Pflanzen und gestalterischen Objekten in den quadratischen Zimmern lädt die Besucherinnen und Besucher zum Weiterdenken und -träumen ein.

Romantik und Ruhe bestimmen die Atmosphäre im weitläufigen historischen Schlosspark mit seinen Lustwäldchen, den Bosketten und dem Teich, der durch eine imposante Fontäne belebt wird. Kunstinstallationen gleichen vagen morgendlichen Traumfetzen.

Ein fiktiver Brief der Kurfürstin beschreibt einen „gar wundersamen Traum“, der in der Gartenschau widergespiegelt wird. 

 
Brief an den Kurfürsten

„Gnädigster Kurfürst
Heut Nacht hatte ich einen gar wundersamen Traum. Ich wandelte durch einen weiten Park, theils von wildem Gehölz bestanden, theils fein gestaltet von Gärtners Hand. Ein Schmetterling flatterte wie närrisch vorbei, aber dann umflog er mich und wies mir den Weg auf lange Gräben hin, die mich erinnerten an die Grachten meiner theuren Heimat. An ihren Ufern standen prachtvolle Gartenzimmer, darin die Blumen mit Nymphen und Kobolden spielten und gar seltsame Dinge mich ergötzten: eine klingende Sanduhr etwa und ein riesig Bett, darauf manch Kinder spielten. Alsbald führte mich der Weg hin zu einem Hafen, wo ein stolzes Schiff die Segel blähte und Orangen auf dem Wasser schwammen und später sah ich Fontänen aufspritzen und stand vor grünen Hecken, sah Rosen blühen in Vollkommenheit und dann sah ich Dich, meinen Gemahl, der die Arme öffnete, um mich zu empfangen ...“